Dritte Vorlesungsreihe Management von Stiftungen erfolgreich abgeschlossen

Dritte Vorlesungsreihe Management von Stiftungen erfolgreich abgeschlossen

Wie können Stiftungen gesellschaftliche Herausforderungen wirksam angehen? Was braucht es, um Gemeinwohl langfristig zu fördern? Und wie gelingt es, Wirkung, Vermögen, Kommunikation und Kooperation strategisch zusammenzudenken?

Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich die dritte Ausgabe der öffentlichen Vorlesungsreihe „Management von Stiftungen“, die das Stiftungsbüro Hamburg und die BürgerStiftung Hamburg gemeinsam mit der University of Hamburg Business School im Sommersemester 2026 veranstaltet haben. Erneut stieß das Format auf großes Interesse: Studierende verschiedener Fachrichtungen sowie zahlreiche Hamburgerinnen und Hamburger nutzten die Gelegenheit, einen fundierten Einblick in die Praxis und das Management gemeinnütziger Stiftungen zu erhalten.

Verzahnung von Theorie und Praxis

Besonderes Merkmal der Vorlesungsreihe war erneut die enge Verzahnung von Praxis und Wissenschaft. Referent:innen aus Hamburger Stiftungen gaben Einblicke in ihre tägliche Arbeit, aktuelle Herausforderungen und konkrete Fallbeispiele. Ergänzt wurden diese Perspektiven durch Professor:innen und Wissenschaftler:innen der Universität, die die Themen aus betriebswirtschaftlicher und organisationswissenschaftlicher Sicht einordneten und theoretische Grundlagen vermittelten. So entstand ein Dialog zwischen Forschung und Praxis, der die Vielfalt und Komplexität modernen Stiftungsmanagements greifbar machte.

Der ganzheitliche Blick auf Zivilgesellschaft und Stiftungswesen

Zum Auftakt beleuchteten Rüdiger Ratsch-Heitmann (BürgerStiftung Hamburg) und Dr. Julia Runte die Entwicklung des Stiftungswesens von der Antike bis heute. Sie zeigten, welche Rolle Stiftungen als Teil der organisierten Zivilgesellschaft spielen und welche rechtlichen sowie gesellschaftlichen Grundlagen ihre Arbeit prägen.

Im weiteren Verlauf der Vorlesungsreihe stand die Frage im Mittelpunkt, wie Stiftungen Wirkung für das Gemeinwohl entfalten können. Antje Mansbrügge von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre verdeutlichte die Bedeutung innovativer Hochschullehre und gesellschaftlichen Transfers. Prof. Dr. Michel Clement (University of Hamburg Business School) zeigte anschließend mit Dr. Dorothea Ringe von der Joachim Herz Stiftung anhand der Start-up Factory Hamburg, welche neue Formen von Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Unternehmertum nötig sind, um Ideen für die Zukunft zu katalysieren. Die zentrale Erkenntnis: Stiftungen können dort wirksam werden, wo sie Partner:innen vernetzen, neue Freiräume schaffen und gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitgestalten.

Vermögensverwaltung, Markenstrategie, Wirkungsmessung

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der langfristigen Vermögensverwaltung von Stiftungen. Ullrich Müller (Joachim Herz Stiftung) und Achim Lange (ZEIT STIFTUNG BUCERIUS) gaben exklusive Einblicke in die Anlage- und Finanzstrategien großer Hamburger Stiftungen. Dabei wurde deutlich, dass Vermögensverwaltung weit mehr ist als die Sicherung finanzieller Ressourcen: Sie bildet die Grundlage dafür, Stiftungszwecke dauerhaft und generationenübergreifend verwirklichen zu können. Mit der theoretischen Perspektive von Prof. Dr. Wolfgang Drobetz (UHH) wurden die Praxisbeispiele um aktuelle Erkenntnisse aus den Bereichen Finanzierung, Kapitalmärkte und langfristige Anlagestrategien ergänzt.

Auch Kommunikation, Wirkungsmessung und Fundraising rückten in den Fokus. Julian Claassen (Körber-Stiftung) zeigte die Bedeutung von Sichtbarkeit und strategischer Kommunikation für gemeinnützige Organisationen auf. Dr. Katharina Lima de Miranda (Hanns R. Neumann Stiftung) erläuterte, wie Wirkung gemessen, analysiert und für die Weiterentwicklung der eigenen Arbeit genutzt werden kann. Andra John und Mia Weselmann (BürgerStiftung Hamburg) verdeutlichten schließlich, wie wirkungsorientierte Förderung, Fundraising und Vertrauensaufbau zusammenhängen.

Der Blick nach vorn

Zum Abschluss der Vorlesungsreihe richtete sich der Blick auf die Zukunftsfähigkeit von Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen. Prof. Dr. Dorothea Alewell (UHH) beleuchtete Fragen des Personalmanagements und der Führung in Non-Profit-Organisationen. Mirjam Büttner von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS zeigte anschließend anhand konkreter Erfahrungen, wie sich Organisationen strategisch weiterentwickeln und auf neue Anforderungen einstellen können. Den Abschluss bildete Matthias Schmolz vom Stifterverband mit einem Blick auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse und Zukunftsthemen für Stiftungen. Gemeinsam machten die Beiträge deutlich, dass erfolgreiche Stiftungsarbeit nicht nur von guten Programmen abhängt, sondern auch von der Fähigkeit, sich selbst kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf neue gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren.

Die dritte Ausgabe der Vorlesungsreihe machte damit einmal mehr deutlich, wie vielfältig die Anforderungen an modernes Stiftungsmanagement sind: Von Recht, Wirkung und Vermögensverwaltung über Kommunikation und Fundraising bis hin zu Organisationsentwicklung und Zukunftsstrategien. Gleichzeitig zeigte sie die besondere Stärke des Stiftungsstandorts Hamburg, an dem wissenschaftliche Expertise und praktische Erfahrung in einzigartiger Weise zusammenkommen.

Das Stiftungsbüro Hamburg bedankt sich herzlich bei allen Referent:innen, Teilnehmenden sowie bei Prof. Dr. Michel Clement und der University of Hamburg Business School für die erneute Zusammenarbeit. Die große Resonanz zeigt, wie relevant die Auseinandersetzung mit Stiftungen und organisierter Zivilgesellschaft für Studium, Forschung und Gesellschaft ist.

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