Mehr als 150 Stiftungsakteur:innen, fünf intensive Stunden und jede Menge Inspiration, Austausch und Miteinander: Im KörberForum haben wir am 6. Februar zum dritten Mal das Stiftungstage Onboarding in Kooperation mit der Körber-Stiftung realisiert. Das Onboarding gibt den Startschuss für die Anmeldung zu den Hamburger Stiftungstagen 2026. Das Interesse an der Aktionswoche vom 19. bis 28. Juni 2026 ist groß – und das Netzwerk der Hamburger Stiftungen hoch motiviert, diese gemeinsam zu gestalten.
Das Onboarding brachte Stiftungen unterschiedlichster Größe, Themenfelder und Arbeitsweisen zusammen. Ziel des Tages war es einerseits, über die Aktionswoche und unsere Arbeit als Stiftungsnetzwerk zu informieren und dabei Lust auf Beteiligung zu machen. Andererseits war das Format selbst gelebte Netzwerkarbeit mit viel Raum für Austausch, Wissenstransfer und Miteinander mit zahlreichen Impulsen und Einblicken zur gemeinnützigen Stiftungsarbeit am Puls der Zeit.
Keynote: Stiftungen als Möglichkeitsraum
Ein Highlight des Onboardings war die Keynote von Annette Heuser, Vorsitzende des Vorstands vom Bundesverband Deutscher Stiftungen. Sie ermutigte die anwesenden Stiftungen, den kritischen Blick auf das eigene Handeln zu bewahren, Kooperationen zu stärken und mutig neue Allianzen einzugehen. „Hamburg ist Plattform, Netzwerk und Möglichkeitsraum“, so Heuser über die Stiftungshauptstadt an der Elbe. Gerade angesichts gesellschaftlicher Spannungen und wachsender Anforderungen an gemeinnütziges Handeln seien Stiftungen gefordert, ihre Rolle als Akteurinnen einer pluralen, resilienten Zivilgesellschaft aktiv auszufüllen.
Talk: Erfahrungen teilen, Ideen anstoßen
Wie sich diese Haltung konkret in den Hamburger Stiftungstagen widerspiegelt, wurde im anschließenden Talk deutlich. Ilka von Bodungen (Hamburgische Kulturstiftung), Constanze Claus (filia.die frauenstiftung), Lasse Grunewald (Prof. Dr. Ernst Langner Stiftung) und Greta Schlünz (Alfred Toepfer Stiftung F.V.S) berichteten im Gespräch mit Julian Claaßen (Körber-Stiftung) von ihren Erfahrungen bei den vergangenen Ausgaben der Hamburger Stiftungstage: von erfolgreichen Veranstaltungsformaten, unerwarteten Kooperationen und dem Mehrwert, den die Aktionswoche für die eigene Stiftungsarbeit entfalten kann. Der Austausch machte deutlich, wie viele Beteiligungsmöglichkeiten es gibt – und wie sehr die Stiftungstage von der Offenheit und Experimentierfreude der Beteiligten leben.
Schulterblicke live: Vielfalt in der Praxis
Einen besonderen Schwerpunkt des Onboardings bildeten die acht Schulterblick live-Workshop- und Impulssessions. Hier gaben Hamburger Stiftungen Einblicke in ihre Praxis und luden zur Diskussion ein. Die Themen reichten von Fragen der Zusammenarbeit über Beteiligung und Kommunikation bis hin zu organisationalem Wandel.
So zeigten Dina Schreiber und Nele Krause-Aumann (Life Hamburg), wie der Aufbau der eigenen Community gelingen kann, und erarbeiteten mit den Teilnehmenden ihrer Session individuelle Lösungsansätze für die eigenen Stiftungskontexte. Jana Popihn von der Hamburg Sustainability Week, die in diesem Jahr in Kooperation mit den Stiftungstagen stattfindet, diskutierte in ihrer Session die Faktoren für gelingendes Stakeholdermanagement zugunsten von mehr Nachhaltigkeit in der Stadtgesellschaft. Linda Gode und Astrid Nebelung von der Stiftung der Deutschen Fernsehlotterie wiederum ermöglichten einen Blick über die Schulter auf die Erfahrungen ihrer Stiftung in der Anwendung von Künstlicher Intelligenz.
In weiteren Sessions widmete sich Nicolas Haustedt (Stiftung SeeYou) dem Agenda Setting als Stiftung, Manuel Greifenhofer (Evangelischen Stiftung Alsterdorf) und Neele Wulff von der (BürgerStiftung Hamburg) blickten auf den Umgang mit Social Media und Dr. Ulrike Leikhof vom Stifterverband tauschte sich zusammen mit Saskia Dahm von der Alida Schmidt-Stiftung über Stiftungswirken zugunsten von Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheitsförderung in der Schule aus.
Zusätzlich stand das „Anti-NGO-Narrativ“ und die Auswirkungen auf gemeinnützige Stiftungen, die dem Neutralitätsgebot unterliegen, gleich zwei mal im Fokus: Dr. Sascha Nicke und Janek Oellers von der Maecenata Stiftung stellten digital zugeschaltet die Studie der Stiftung dazu, die in der Session unter Leitung von Jana Hüttmann und Hannah Siegert von der BürgerStiftung Hamburg diskutiert wurde. Tim Sievert (ZEIT STIFTUNG BUCERIUS) und Michael Jung (Bundesverband Deutscher Stiftungen) zeigten dagegen, wie politische Interessenvertretung und Demokratiearbeit trotzdem gelingen kann.
Gemeinsam zeigten die Schulterblicke, wieviel Potenzial im offenen Austausch, im Voneinander -lernen und im gemeinsamen Weiterdenken steckt – und dass zahlreiche Themen den Sektor in der Breite betreffen, unabhängig von konkreten Satzungszwecken.
Ausblick auf den Sommer 2026
Das Fazit des Tages war eindeutig: Begegnungen auf Augenhöhe, ein konstruktives Miteinander und der Wille zur Kooperation sind zentrale Voraussetzungen dafür, gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen. Mit vielen neuen Ideen, Kontakten und spürbarem Rückenwind startet nun die Anmeldephase für die Hamburger Stiftungstage 2026.
Das Team des Stiftungsbüros Hamburg freut sich auf eine Aktionswoche voller Impulse, Begegnungen und gemeinsamer Gestaltung – und auf die vielen Stiftungen, die die Hamburger Stiftungstage 2026 mit Leben füllen werden.